BSI zieht Jahresbilanz: Cyberdome, NIS-2 und digitale Souveränität im Fokus

Das BSI blickt auf ein Jahr unter der neuen Bundesregierung zurück und benennt konkrete Maßnahmen gegen wachsende Cyberbedrohungen – darunter den geplanten Cyberdome, neue Sicherheitsgesetze und das Programm CyberGovSecure für Bundesbehörden.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat heute eine Jahresbilanz zur Zusammenarbeit mit der neuen Bundesregierung veröffentlicht. Erstmals in seiner 35-jährigen Geschichte arbeitet das BSI dabei mit zwei Ministerien eng zusammen: dem Bundesinnenministerium für Sicherheitsfragen und dem neu gegründeten Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) für Digitalisierungsthemen.

Cyberdome als nationale Schutzinfrastruktur

Ein zentrales Vorhaben ist der Cyberdome – eine nationale Infrastruktur zur Früherkennung, Analyse und Abwehr von Cyberangriffen, die das BSI gemeinsam mit dem Bundesinnenministerium aufbaut. Das System soll kritische Infrastrukturen, staatliche Institutionen und Unternehmen schützen. Hintergrund ist laut BSI die zunehmende Automatisierung auf Seiten der Angreifer: Cybercrime habe sich zu einer teilautomatisierten Industrie mit hochprofessionellen Strukturen entwickelt.

Zahlen aus der Praxis unterstreichen die Relevanz: Allein im Dezember 2025 soll das BSI durch sogenanntes Sinkholing – eine Methode zur Umleitung von schädlichem Datenverkehr – 3,7 Millionen Verbindungsversuche von infizierten Geräten unterbunden und dabei 100.000 Bots unschädlich gemacht haben.

NIS-2 und Cyber Resilience Act

Parallel dazu hat die Bundesregierung zwei neue Cybersicherheitsgesetze auf den Weg gebracht: die nationale Umsetzung der EU-Richtlinie NIS-2 sowie den Cyber Resilience Act (CRA). NIS-2 verpflichtet Betreiber „besonders wichtiger“ und „wichtiger“ Einrichtungen zur BSI-Registrierung, zur Meldung erheblicher Sicherheitsvorfälle sowie zur Umsetzung von Risikomanagement-Maßnahmen.

Der CRA betrifft Hersteller digitaler Produkte: IT-Sicherheitseigenschaften sollen künftig ein entscheidendes Kriterium für den Marktzugang in der EU sein. Das BSI wurde als marktüberwachende Behörde benannt und darf bei Verstößen Sanktionen verhängen – im Extremfall auch Produkte vom Markt nehmen.

CyberGovSecure für Bundesbehörden

Für die Cybersicherheit innerhalb der Bundesverwaltung hat das BSI gemeinsam mit dem BMDS das Programm CyberGovSecure gestartet. Es setzt laut BSI auf pragmatisch umsetzbare Maßnahmen wie Schwachstellenmanagement, verbesserte Angriffserkennung und die Härtung zentraler IT-Systeme.

Ebenfalls im Fokus: digitale Souveränität und die EUDI-Wallet – die geplante digitale Brieftasche für Deutschland und Europa, mit der sich Bürgerinnen und Bürger EU-weit digital ausweisen können sollen.

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Tech-Enthusiast und Gründer von Technikzentrale24. Testet Smart Home, Solar-Technik und Computer-Hardware mit Leidenschaft für ehrliche, praxisnahe Bewertungen.

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