Wer eine Solaranlage auf dem Dach hat, kennt das Problem: Tagsüber produziert die Anlage mehr Strom als gebraucht wird, abends und nachts muss man trotzdem einkaufen. Ein Heimspeicher wäre die Lösung – aber klassische Speichersysteme bedeuteten bisher aufwendige Installation, einen Elektriker und oft fünfstellige Investitionen. Genau hier setzt Anker SOLIX mit der neuen Solarbank Max AC an. Laut Hersteller soll es der weltweit erste 7-kWh-All-in-One-Plug-in-Heimspeicher sein, der sich als echte Plug-and-Play-Lösung in bestehende Solaranlagen integrieren lässt.
Wichtigste Punkte auf einen Blick: – Weltweit erster All-in-One Plug-and-Play Heimspeicher zur Solarnachrüstung (laut Anker) – 7 kWh Basiskapazität, modular erweiterbar auf 42 kWh – Bidirektionaler 3.500-W-Wechselrichter integriert – Notstrom-Umschaltung in unter 10 Millisekunden – Ab 2.299 Euro vorbestellbar (Pre-Sale-Start: 26. Mai 2026)
Was steckt hinter dem Konzept?
Anker SOLIX ist bisher vor allem für seine Balkonkraftwerk-Speicher bekannt – also kompakte Einheiten, die sich unkompliziert an eine Steckdose anschließen lassen. Die Solarbank Max AC überträgt dieses Prinzip nun auf eine deutlich größere Liga. Statt ein paar hundert Wattstunden stehen hier 7 kWh zur Verfügung, kombiniert mit einem vollwertigen bidirektionalen Wechselrichter.
Das „Plug and Play“ bedeutet in diesem Fall: Das Gerät soll sich laut Hersteller schnell aufstellen und in Betrieb nehmen lassen. Die Module sind stapelbar und nutzen ein kabelloses Verbindungsdesign zwischen den Einheiten. Wichtig zu verstehen: Die Solarbank Max AC ist ein AC-gekoppelter Speicher – sie wird direkt ins Hausnetz eingebunden und arbeitet unabhängig vom Wechselrichter der PV-Anlage. Ein Smart Meter (3-Phasig) misst den Haushaltsverbrauch und steuert Laden und Entladen automatisch. Den Einbau des Smart Meters muss laut Anker ein zugelassener Elektroinstallateur übernehmen – „Plug and Play“ gilt also für das Speichergerät selbst, nicht für die Gesamtinstallation.
Interessant finde ich das Grundkonzept trotzdem: Ein Heimspeicher ohne fest installierten Wechselrichter an der Wand, der modular aufgebaut wird und sich theoretisch auch wieder versetzen lässt – das ist ein anderer Ansatz als bei klassischen Systemen wie dem BYD HVS oder dem sonnenBatterie-Ökosystem.
Technische Details & Specs
Die Solarbank Max AC bringt technisch einiges mit. Der integrierte Wechselrichter arbeitet bidirektional mit bis zu 3.500 Watt Nennleistung – wobei das Datenblatt zwei Modi ausweist: 0,8 kW und 3,5 kW. Die Gesamtausgangsleistung kann unter bestimmten Bedingungen sogar auf bis zu 5.000 Watt steigen, wenn netzgebundene und Off-Grid-Anschlüsse gleichzeitig genutzt werden – das setzt allerdings mindestens eine angeschlossene Erweiterungsbatterie voraus.
Für den Notstromfall verspricht Anker eine Umschaltzeit von unter 10 Millisekunden – das entspricht einer USV-Funktion (unterbrechungsfreie Stromversorgung) und ist schnell genug, um empfindliche Geräte wie NAS-Systeme oder Router zu versorgen. Beim Notstrom stehen über die integrierte AC-Steckdose bis zu 3.680 Watt zur Verfügung. Auch die Notstromfunktion ist erst ab einer angeschlossenen Erweiterungsbatterie aktiv.
Für kurze Anlaufphasen – etwa beim Start eines Motors oder Kühlschranks – kann das System kurzzeitig deutlich mehr liefern: 7.000 Watt für 1 Sekunde bzw. 5.250 Watt für bis zu 10 Sekunden (Basiseinheit allein). Mit mindestens einer Erweiterungsbatterie steigen diese Werte auf 10.000 W (1 s) bzw. 7.500 W (10 s).

Die Zellchemie ist offiziell bestätigt: Das Datenblatt nennt LiFePO4 (LFP). Anker nennt 10.000 Ladezyklen und eine Designlebensdauer von 15 Jahren. Die Garantiezeit beträgt 10 Jahre.
Für den Außeneinsatz ist das Gerät nach IP66 gegen Staub und Strahlwasser geschützt. Die C5-M-Zertifizierung (Marine-Standard) steht für erhöhte Korrosionsbeständigkeit – relevant für Umgebungen mit Salznebel oder industrieller Atmosphäre. Der Betrieb ist laut Hersteller bei -20 °C bis +55 °C möglich. Mit 73 kg Gewicht bei der Basiseinheit (670 × 356 × 325 mm) ist das Gerät kein Leichtgewicht – fünf Erweiterungsbatterien gestapelt bedeuten 388 kg Gesamtgewicht.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Hersteller | Anker SOLIX |
| Produktname | Solarbank Max AC |
| Produkttyp | All-in-One Plug & Play Heimspeicher (AC-Nachrüstung) |
| Speicherkapazität (Basis) | 7 kWh |
| Maximale Speicherkapazität | 42 kWh (1 Hauptmodul + bis zu 5 Erweiterungen) |
| Zellchemie | LiFePO4 (LFP) – offiziell bestätigt |
| Zellenkapazität | 314 Ah |
| Nennausgangsleistung | 0,8 kW / 3,5 kW (zwei Modi) |
| Max. Eingangsleistung | 3.500 W |
| Max. Dauerausgangsleistung (Netz) | 3.500 W |
| Max. Dauerausgangsleistung (Off-Grid) | 3.680 W |
| Max. Gesamtausgangsleistung | bis zu 5.000 W (Netz + Off-Grid kombiniert, ab 2 Modulen) |
| Peak-Leistung (10 s) | 5.250 W (Basis) / 7.500 W (ab 2 Modulen) |
| Peak-Leistung (1 s) | 7.000 W (Basis) / 10.000 W (ab 2 Modulen) |
| Notstrom-Umschaltung | < 10 ms (USV-Funktion, ab 2 Modulen aktiv) |
| Entladetiefe (DoD) | 100 % |
| Ladezyklen | 10.000 Zyklen |
| Lebensdauer (Design) | 15 Jahre |
| Garantie | 10 Jahre |
| Abmessungen Basis (L × H × T) | 670 × 356 × 325 mm |
| Gewicht (Basis) | 73 kg |
| Schutzklasse | IP66 |
| Korrosionsschutz | C5-M (Marine-Standard) |
| Betriebstemperatur | -20 °C bis +55 °C |
| Kommunikation | WLAN / RS485 (Haupteinheit), CAN (Erweiterungsbatterie) |
| Montage | Bodenstehend oder Sockelhalterung (separat erhältlich) |
| Einsatzort | Innen und Außen |
| UVP Haupteinheit | 2.299 Euro |
| UVP Erweiterungsbatterie (BP7000) | 1.799 Euro |
Energiemanagement und Smart-Features
Die Steuerung der Solarbank Max AC erfolgt über die bekannte Anker App. Neu hinzugekommen ist Anker Intelligence – ein KI-gestütztes Energiemanagementsystem, das bei dynamischen Stromtarifen (wie Tibber oder Awattar) automatisch den günstigsten Lade- und Entladezeitpunkt ermitteln soll. Auf dem Papier ist das ein sinnvolles Feature, das den Eigenverbrauchsanteil und die Einsparungen optimieren kann – vorausgesetzt, man nutzt tatsächlich einen variablen Tarif.
Ebenfalls neu ist die Sprachsteuerung über Anka – einen eigenen KI-Assistenten von Anker SOLIX. Details dazu, welche Plattformen oder Integrationen (etwa Amazon Alexa, Google Home oder Home Assistant) unterstützt werden, nennt Anker zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht explizit.

Einordnung & Vergleich
Was unterscheidet die Solarbank Max AC von klassischen Heimspeichern? Der entscheidende Unterschied liegt in der Installationsphilosophie. Systeme wie der BYD Battery-Box oder sonnenBatterie sind auf professionelle Montage ausgelegt und dauerhaft fest verbaut. Die Solarbank Max AC soll dagegen ohne Fachkraft aufgestellt werden können – zumindest das Speichergerät selbst betreffend.
Mit einem Basispreis von 2.299 Euro für 7 kWh liegt das Gerät bei rund 328 Euro pro kWh – ein Wert, der im aktuellen Marktumfeld wettbewerbsfähig klingt. Zum Vergleich: Klassische Heimspeicher-Lösungen kommen oft auf 500 bis 800 Euro pro kWh inklusive Installation. Die Erweiterungsbatterie (Anker SOLIX BP7000) kostet 1.799 Euro – das entspricht etwa 257 Euro pro kWh für die Erweiterungsmodule.
Natürlich muss man den Einbau des Smart Meters durch einen Elektriker einkalkulieren, falls dieser noch nicht vorhanden ist. Das relativiert den Plug-and-Play-Vorteil teilweise.
Für wen ist die Solarbank Max AC gedacht?
Das Gerät richtet sich klar an Eigenheimbesitzer mit einer bestehenden Photovoltaikanlage, die bisher keinen Speicher haben und nachrüsten wollen. Besonders interessant dürfte es für diejenigen sein, die:
- bereits eine PV-Anlage besitzen, aber noch keinen Speicher haben
- einen variablen Stromtarif nutzen oder planen
- Notstromfähigkeit benötigen und dafür nicht tief in die Tasche greifen wollen
- flexibel bleiben möchten – etwa weil ein Umzug denkbar ist
Weniger geeignet ist das System für Neubauten, bei denen ohnehin ein Elektriker am Werk ist und ein fest installiertes System sinnvoller sein kann. Auch wer keine PV-Anlage hat, profitiert kaum: Als reiner Netzspeicher zum Arbitrage-Handel mit dynamischen Tarifen könnte man es theoretisch nutzen, aber das ist nicht die Kernzielgruppe.
Fazit & meine Einschätzung
Die Anker SOLIX Solarbank Max AC ist ein konzeptionell interessantes Produkt. Das Plug-and-Play-Versprechen für einen vollwertigen 7-kWh-Heimspeicher ist mutig – und wenn Anker das technisch so umsetzt wie angekündigt, könnte das die Hürde zur Heimspeicher-Nachrüstung deutlich senken. 2.299 Euro für 7 kWh mit 10 Jahren Garantie und integriertem Wechselrichter ist auf dem Papier ein attraktiver Einstiegspreis.
Was ich abwarte: Wie sich das Gerät in der Praxis bewährt – insbesondere bei der tatsächlichen Installationserfahrung und der Zuverlässigkeit der Notstromfunktion. Der Pre-Sale mit möglichen Sonderangeboten startet laut Anker am 26. Mai 2026 – wer Interesse hat, sollte das im Blick behalten.


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