Die drei großen Netzanbieter Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica haben sich zusammengeschlossen, um ländliche Gebiete besser mit LTE-Mobilfunknetz zu versorgen. Trotz aller freundschaftlichen Bekundungen ist der Zusammenschluss jedoch nicht.

Die drei großen Netzanbieter Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica haben sich zusammengeschlossen, um ländliche Gebiete besser mit LTE-Mobilfunknetz zu versorgen. Trotz aller freundschaftlichen Bekundungen ist der Zusammenschluss jedoch nicht.

In den letzten Tag quoll unser Pressemailfach regelrecht mit Netzanbieternachrichten über. Der Tenor war immer gleich: „Wir teilen uns die Netzinfrastruktur, um „Graue Flecken“ zu beseitigen“.

Noch im laufenden Jahr wollen Telefónica / O2, die Deutsche Telekom & Vodafone mehrere Hundert so genannte Graue Flecken in der 4G-Netzversorgung für ihre Kunden schließen“.

So oder so ähnlich lauteten die Bekundungen. Wer nun jedoch auf eine großangelegte Mobilfunk-Offensive hofft, wird durchaus enttäuscht sein: Konkret wird in Gegenden, in denen bisher nur einer der drei Anbieter vertreten war, das Mobilfunknetz für die anderen Partner geöffnet. Dies bedeutet: In Gebieten, in denen derzeit nur die Telekom Mobilfunkmasten installiert hat, können zukünftig Vodafone und Telefonica-Kunden ebenfalls über den Telekom-Mast LTE nutzen. Genauso verhält es sich anders herum.

2400 Standorte in Deutschland sollen dann in dieser Art von „Grauen Flecken“ zu LTE-Gebiet werden.

Gerade in diesen wenig frequentierten Gebieten ist es für die Betreiber oftmals wirtschaftlich herausfordernd, separate Infrastrukturen zu errichten und mit eigener Netztechnik zu betreiben“, teilt Telefonica / O2 mit.

Deutschland muss digitaler werden. Die deutschen Verbraucher und die Wirtschaft fordern dafür schnelle Fortschritte in der Mobilfunkversorgung. Hierfür ist eine gemeinsame Kraftanstrengung aller Beteiligten erforderlich. Die kooperative Mitnutzung von Standorten ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg und ein gutes Signal an Deutschlands Mobilfunkkunden“, sagt Telefónica Deutschland / O2 CEO Markus Haas anlässlich der Unterzeichnung der Absichtserklärung.

Telekom Deutschland-Chef Srini Gopalan ergänzt: „Wir arbeiten mit unserem Wettbewerber zusammen, damit noch mehr Menschen in Deutschland ein besseres Netz nutzen können. Diese Einigung ist ein weiterer Nachweis für unsere Überzeugung: Die Digitalisierung Deutschlands gelingt am besten gemeinsam.“

Kooperation nicht ganz freiwillig

Was sich hier nach dem großen Wurf anhört, kommt jedoch nicht von ungefähr. Eine Solche Kooperation schloss Vodafone und die Deutsche Telekom bereits im Jahr 2020, was das Bundeskartellamt auf den Plan rief.

Eine Kooperation von Deutscher Telekom und Vodafone ohne Beteiligung von Telefónica wäre aus unserer Sicht wettbewerblich problematisch“, erklärte dazu Kartellamtschef Andreas Mundt. Das Kartellamt drängte in Folge darauf, auch Telefonica/O2 in die Kooperation mit einzubeziehen.

Begründet wurde diese Maßnahme damit, dass Telekom und Vodafone bereits bei der Netzqualität führend seien. Durch die Kooperation wäre dieser Zustand zementiert und sogar noch verbessert worden, wodurch der Vorsprung durch Telefonica „praktisch uneinholbar“ gewesen wäre. Und dies sei zum Nachteil für den Verbraucher.

Tatsächliche Vorteile für Verbraucher

Die nun geschlossene Vereinbarung bringt dem Kunden, sofern sie wie angekündigt umgesetzt wird, tatsächlich Vorteile. Die nun vereinbarte Kooperationen der drei Betreiber könne „wesentlich zu einer besseren Mobilfunkversorgung in Deutschland beitragen“, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur bei Spiegel.

Einfach dargestellt senden die bestehenden Mobilfunkantennen zukünftig die Kennungen aller drei Netzanbieter aus, sodass sich zukünftiger Geräte aller Netzbetreiber auf diesen Mast einwählen können. Der Nutzer merkt dabei keinen Unterschied, denn das Mobilfunknetz verhält sich so, als sei die Antenne Eigentum des Vertragspartners.

Bei der unterzeichneten Absichtserklärung werden keine neuen Antennen installiert, teilen die Anbieter mit. Kunden bekommen im Ergebnis „4G-Zugänge auf dem 800-MHz-Frequenzband“, teilen die Anbieter mit.

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